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Schwierigkeitsgrad: Anspruchsvoll

Klassischer Teddyschnitt von 1942

Bärige Antiquität zum Nachnähen

Lange schlummerte dieser Original-Teddyschnitt von der Leipziger Firma Vobach aus dem Jahr 1942 im BärReport-Archiv. Nun freuen wir uns, Ihnen diese rare Antiquität zum Nacharbeiten präsentieren zu können. Wir wünschen Ihnen viel Spaß dabei, wenn Sie diesen wunderschönen klassischen Bären wieder zum Leben erwecken.

Klar, dass wir nicht nur den Schnitt für diesen 36 cm großen Bären originalgetreu abbilden, sondern auch die Anleitung unverändert – mit der alten Rechtschreibung – übernehmen. Zur besseren Übersicht haben wir das aus heutiger Sicht leicht angestaubte Deutsch mit Zwischenüberschriften versehen. Zwar ist die historische Beschreibung gut verständlich, dennoch sollten Sie schon geübt sein, um diesen klassischen Schnitt nachzunähen. Ein heller goldgelber Mohairstoff macht sich sicherlich sehr gut an diesem traditionell geschnittenen Teddy. Doch bei der Materialwahl sind Ihnen keine Grenzen gesetzt.

Wie gefällt Ihnen zum Beispiel die Häkelvariante des Teddys? Da im Kriegsjahr 1942 echtes Mohair teuer und schwer zu bekommen war, beschreibt der Hersteller, wie man aus dem Schnitt einen Häkelteddy erstellt.

Diese 14 Teile gehören zum Schnittmuster, dass Sie im BärReport 2/2006 finden:

- Teil 1 Seitliches Kopfteil
- Teil 2 Mittleres Kopfteil
- Teil 3 Ohr (4 x schneiden)
- Teil 4 Untere Halsplatte (2 x schneiden)
- Teil 5 Obere Halsplatte (4 x schneiden)
- Teil 6 Körperteil
- Teil 7 Vorderbein
- Teil 8 Sohle zum Vorderbein
- Teil 9 Vorderbeinplatte (4 x schneiden)
- Teil 10 Hinterbein
- Teil 11 Sohle zum Hinterbein
- Teil 12 Platte für den Körperteil zum Hinterbein (2 x schneiden)
- Teil 13 Untere Hinterbeinplatte (2 x schneiden)
- Teil 14 Obere Hinterbeinplatte (4 x schneiden)

Beschreibung

Kopf

Nachdem man an den beiden seitlichen Kopfteilen, Teil 1, die angeschnittenen Abnäher ausgeführt hat, vereinigt man die beiden Kopfteile durch den mittleren Kopfteil, Teil 2, miteinander. Nun näht man je zwei Ohrteile, Teil 3, verstürzt zusammen und näht sie dem Kopf jederseits, der feinen eingezeichneten Linien entsprechend, auf. Nachdem man an den seitlichen Kopfteilen noch jederseits, x auf ?oe treffend, die Falte abgenäht hat, kann man nun den Kopf durch die untere Öffnung stopfen. Watte und etwas Holzwolle, um der Füllung die nötige Festigkeit zu geben, werden dazu verwendet. Die Füllung wird am besten mit einem Stöckchen eingeschoben, und zwar so fest wie möglich, damit auch die Form des Kopfes gut heraus kommt.

Kopfgelenk

Ist der Kopf fertig gestopft, so fügt man noch die Gelenkteile ein, um wie z.B. auch bei den Beinen, den Kopf beweglich gestalten zu können. Beim Kopf bestehen diese Gelenkteile aus einer großen Pappplatte nach Teil 4 und aus zwei kleinen Platten nach Teil 5. Auf diese kreisrunden, in der Mitte mit einem Loch versehenen Platten, legt man ein kreisrundes Eisenplättchen, schiebt durch das ganze einen längeren Eisendraht – Stift, Eisenplint genannt – dessen oberes, umgebogenes Ende auf dem Metallplättchen liegen bleibt.

Nun zieht man den noch offen gebliebenen unteren Kopfrand ganz dicht mit einem stärkeren Faden zusammen, sodaß nur noch die Enden des Eisendrahtstiftes herausschauen.

Augen

An den bezeichneten Stellen näht man jederseits ein Auge an, der Faden wird mit einer langen Nadel vom Nacken durch den gestopften Kopf geführt, hält hier die Augen und wird mit einer langen Nadel vom Nacken durch den gestopften Kopf geführt, hält hier die Augen und wird im Nacken vernäht.

Körper

Nun führt man an jedem der beiden Körperteile, Teil 6, die Abnäher aus, um dem Körper die nötige Rundung zu geben, und verbindet die Körperteile durch die Mittelnähte miteinander, wobei man die Rückennaht zwischen ** zum späteren Ausstopfen offen läßt.

Beine

An den Vorderbeinen, Teil 7, schließt man die Längsnaht bis auf die obere Rundung, die zum Stopfen offen bleibt, und näht die Sohle aus fleischfarbenem Tuch, Teil 8, zwischen. Ebenso näht man die Hinterbeine, Teil 10, zusammen, wobei man die Sohle, Teil 11, mit einfügt, und die obere Rundung offen läßt. Nun müssen die Beine ganz fest mit Watte gestopft werden.

Arm- und Beingelenke

Vor dem Schließen der Füllnaht muß man bei jedem Bein erst wieder die Gelenkteile einfügen. Hierfür legt man den Vorderbeinen je eine große Platte, Teil 9, ein, die mit Eisenplatte und Eisendrahtstäbchen versehen wird, das Stäbchen wird bei der bezeichneten Stelle durch den Stoff nach außen gestoßen und die Füllnaht geschlossen. Für die Hinterbeine legt man je eine große Platte und eine kleine Platte, Teil 13 und 14, wieder mit Metallplättchen und Eisenplinte versehen, ein und schließt die Naht, nachdem auch hier der Stift nach außen gestoßen wurde.

Gelenke am Körper befestigen

Nun heißt es, die Glieder an den Rumpf zu bringen. Der Kopf setzt dort an, wo die Mittelnähte und die vorderen Abnäher zusammen stoßen. Hier legt man eine große Pappscheibe nach Teil 4, sowie zwei Platten nach Teil 5, mit Metallplättchen ein, zieht den Metallstift, der aus dem Kopf schaut, durch den Stoff des Rumpfes und durch das Loch der eben eingelegten Platten im Rumpf, und biegt die Enden des Eisendrahtstiftes ganz fest um, sodaß nun der Kopf ganz fest sitzt. Ebenso werden die Beine befestigt, und zwar an den bezeichneten Stellen. Für die Vorderbeine legt man jederseits eine Platte nach Teil 9 ein, für die Hinterbeine nach Teil 12. Zu beachten ist, daß der Stift ganz fest angezogen wird, damit die Glieder fest genug sitzen. Außerdem ist nie das Eisenplättchen zu vergessen, das den Pappplatten erst die Haltbarkeit verleiht.

Fertigstellen

Sind Kopf und Glieder angebracht, muß man den Rumpf mit Watte und Holzwolle stopfen, wie beim Kopf beschrieben wurde. Mit feinen überwendlichen Stichen wird schließlich die Rumpföffnung geschloßen und dem Teddy noch durch Klopfen und Kneten, wo nötig, die richtige Form gegeben. Beliebig kann man zugleich eine fertige käufliche Tierstimme einfügen. Die Schnauze wird mit schwarzem Perlgarn gestickt.

Der Häkelteddy nach dem Schnitt von 1942

Beliebig kann man den Teddy mit einem gehäkelten Fell anfertigen. Man verwendet hierfür weiße und rosa Zephirwolle.

Beschreibung der Häkelvariante

Für die Häkelei gebraucht man etwa 600 bis 700 Gramm weiße N.W.K. Tauben-Zephirwolle und etwas rosa Zephirwolle.

Nesselstoff für die Füllung

Zuerst stellt man sich nach dem Schnitt das Futter, mit Ausnahme der Ohren, aus Nesselstoff her, näht es nach Angabe zusammen und stopfte es mit Holzwolle aus.

Häkelteile kleiner bemessen

Bei Ausführung des gehäkelten Bezuges ist darauf zu achten, daß die Teile etwas kleiner ausgeführt werden müssen, da sich die Häkelei dehnt und der Bezug trotzdem fest um den Futterkörper sitzen muß. Man führt den Bezug in Schlingenhäkelei aus und zwar für den Körper in 2 1/2  cm langen, an den Pfoten in etwas kürzeren Schlingen.

Schlingenhäkelei

Für die Schlingen-Häkelei häkelt man auf einen entsprechend langen Luftmaschen-Anschlag zuerst eine Stäbchen-Reihe, dann eine Luftmasche, wenden, hierauf legt man einen 2 ½ cm breiten Pappstreifen auf der linken Seite der Arbeit an und führt die Schlingen wie folgt aus:

+ Man führt die Häkelnadel wie zur Bildung einer festen Masche in das folgende Stäbchen, wickelt dann den Faden von vorn nach hinten um Häkelnadel und Pappe, zieht den Faden mit einem Umschlag durch Schlinge und Stäbchen und vollendet mit einem Umschlag die feste Masche, vom + stets wiederholen.

Abwechselnd Stäbchen und Schlingen

Am Ende der Reihe mit 3 Luftmaschen wenden. Es wird stehts abwechselnd 1 Stäbchen- und eine Schlingen-Reihe gearbeitet. Man häkelt stets nach der Schnittform und in der Richtung, daß die Schlingen quer um die Körperteile laufen. Der seitliche Kopfteil ist zweimal zu arbeiten. Man beginnt jeden Teil am unteren Rande auf einem entsprechenden Luftmaschen-Anschlag, den man nach dem Futterkörper messen muß oder nach dem Schnittteil, nachdem man den Abnäher und die Falte gesteckt hat. Am Kopfteil sind, um die weitere Rundung nach dem Hinterkopf hin zu erzielen, bei etwa 3 Stäbchen-Reihen am Anfang und Ende der Reihe statt Stäbchen etwa 8 feste Maschen zu häkeln. Im übrigen ist stets die Schnittform innezuhalten, d.h. man muß die Häkelei oft auf den Schnitt legen und dann der Schnittform entsprechend seitlich zu- oder abnehmen.

Kopfteil

Ist man mit dem seitlichen Kopfteil bis zu dem Schnäuzchen gelangt, so häkelt man dieses nur in festen Maschen-Reihen, wobei je seitlich Maschen abzunehmen sind. Den mittleren Kopfteil beginnt man an der unteren Spitze mit einer festen Masche, nimmt dann nach der Schnittform je seitlich Maschen zu und dann nach Schnitt je seitlich wieder Maschen ab.

Körper

Der Körperteil ist zweimal mit weißer Wolle zu häkeln. Man arbeitet zuerst nach Schnitt 2 spitze Teile, vereint dann beide und häkelt nun, zuerst je seitlich nach Schnitt Maschen zunehmend, dann nach Schnitt Maschen abnehmend, bis zu den oberen beiden Spitzen, die man anschließend je für sich fertigstellt.

Beine

Dann sind zwei Vorderbeine und zwei Hinterbeine zu häkeln. Am Vorderbein wird mit der Pfote begonnen. Hier ist mit rosa Wolle zu arbeiten und die Schlingen sind etwas kürzer zu häkeln. Hat man die Pfote fertig, so häkelt man mit weißer Wolle weiter für den unteren spitzen Teil des Beins, dann häkelt man über beiden Teilen weiter stets nach der Schnittform des Vorderbeins. Zuletzt ist das Vorderbein wieder in zwei Teilen fertigzustellen. Die Sohle des Vorderbeins wird mit rosa Wolle in festen Maschen-Reihen gehäkelt und am geraden Rande begonnen. Nach Schnitt sind je seitlich der Form entsprechend Maschen abzunehmen.

Das Hinterbein wird am unteren Rande mit den Pfoten begonnen und nur weiß gehäkelt. Nach Schnitt sind für die Pfoten Maschen abzunehmen, dann für den Hinterbeinteil Maschen nach Schnitt je seitlich zuzunehmen. Zuletzt ist das Hinterbein in zwei Teilen fertigzustellen. Die Sohle des Hinerbeins wird mit rosa Wolle in festen Maschen-Reihen gehäkelt. Sie wird nach Schnitt in kurzen Querreihen gearbeitet.

Teile zusammennähen

Dann die Teile nach Schnittangabe zusammennähen. Die drei Kopfteile werden zusammengenäht, die Körperteile sind durch eine vordere Naht zu verbinden und die Sohlen werden an die Beine genäht. Hierauf sind die gehäkelten Teile über den Futterkörper zu ziehen, durch Naht zu schließen und auf dem Futterkörper zu befestigen. Am Halsrand sind die Teile etwas einzuziehen.

Fertigstellen

Die Ohren sind in hin- und zurückgehenden Stäbchen-Schlingen-Reihen zu häkeln, sodaß auf beiden Seiten der Arbeit Schlingen liegen. Nach Angabe sind die Ohren anzunähen. Das Schnäuzchen ist mit Spannstichen aus schwarzer Wolle zu markieren. Glasaugen sind einzustecken und zuletzt ist dem Teddy eine rosa Schleife umzubinden.


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